Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Es ist eine große Aufgabe für die Unternehmen, eine harte Prüfung für die Eltern, speziell und immer noch für die Frauen und eine echte Herausforderung für unsere Gesellschaft. Überall auf der Welt und in Deutschland im Besonderen: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf! Aber: Vieles bewegt sich in diesem Bereich. Und das ist gut so!
Viele Unternehmen haben den Wert einer familienfreundlichen Personalpolitik für sich erkannt. Nicht zuletzt aufgrund der demographischen Entwicklung. Der Anteil der Firmen, die Schwierigkeiten haben werden, Fachkräfte zu bekommen, wird in den nächsten Jahren von derzeit 29 Prozent auf 66 Prozent ansteigen (Quelle: Allensbach Institut, IAB, DIB 2009). Dies verschafft dem Thema „Vereinbarkeit“ eine hohe Priorität in der Chefetage. Denn, den Arbeitgebern ist vieles lieb und vor allem teuer, wenn es auch in Zukunft darum geht, wettbewerbsfähig zu sein, die verfügbaren Fachkräfte für sich gewinnen und langfristig an das Unternehmen binden zu können.
Mit kleinen Veränderungen, Großes bewirken
Möglichkeiten gibt es viele, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern und gleichzeitig die Firmeninteressen zu wahren. Vom Betriebskindergarten, über die Einführung neuer, flexibler Arbeitszeitregelungen, Telearbeit, Home-Office, E-Learning, Job-Sharing bis hin zu begleitenden Qualifizierungsangebote während einer familienbedingten Auszeit oder auch mal der Möglichkeit, Essen aus der Betriebskantine für Angehörige zu erhalten. Haben sich praktikable Projekte für das Unternehmen und seine Mitarbeiter gefunden und etabliert, finden sie garantiert schnell Anerkennung.
Wichtig ist nur: Um „Vereinbarkeit“ wirklich und ehrlich in die Firmenpolitik einfließen zu lassen, muss sie gelebt werden. Die Verantwortung hierfür liegt bei der Firmenleitung und den Führungskräfte. Durch ihr eigenes familienbewusstes Verhalten tragen sie wesentlich dazu bei, dass die Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Arbeitsalltag gelebt und umgesetzt werden. Sie sind das Spiegelbild ihrer eigenen modernen Unternehmenskultur.
Familienfreundlichkeit lohnt sich
Und, es lohnt sich: Die Attraktivität eines Arbeitgebers, der sich das Thema „Familienfreundlichkeit“ auf die Fahne geschrieben hat, steigt enorm. Längst orientieren sich Bewerber und Angestellte nicht mehr nur am Gehalt oder an der interessanten Tätigkeit. Es ist die Familie, die als ausgleichende Balance zum Job und Quelle des Auftankens von Arbeitnehmern an erster Stelle genannt wird, wenn es um ein harmonisches Lebenskonzept geht. Und auch Firmen erkennen immer mehr den „Erfolgsfaktor Familie“, denn Work-Life-Balance ist längst kein Fremdwort mehr, über das nur gelächelt wird.
Der Betriebsrat bestimmt mit
Aber - was häufig nicht bewusst ist - gar so leicht, wie man meint, ist es nicht, einige dieser Projekte im Unternehmen einzuführen. Insbesondere das deutsche Arbeitsrecht ist eines der am stärksten geregelten Rechtsgebiete in Europa. Bei vielen Entscheidungen (z.B. bei der Arbeitszeitregelung) muss der Betriebsrat mit eingebunden werden. Und auch andere Arbeitnehmer ohne Kinder spielen bei diesem Thema eine Rolle. Ein Arbeitgeber muss stets die Gleichbehandlung im Auge haben, will er das Klima unter der Belegschaft im Gleichgewicht halten. Es kann daher durchaus sinnvoll sein, sich bei diesem Prozess des Umdenkens von einem Berater oder Coach begleiten zu lassen.






