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Stutenbissigkeit und wie frau damit umgehen sollte

Kürzlich fragte mich eine Klientin, ich nenne sie einmal „Petra“, um Rat. Sie war kürzlich zur Abteilungleiterin befördert worden und wollte nun wissen, wie sie sich in ihrer neuen Rolle verhalten solle. Sie meinte, es sei einfach alles anders, seit sie befördert worden war. So schwierig habe sie sich das Ganze nicht vorgestellt.

Was war los?

Nicht die neuen Aufgaben waren ihr Problem. Am meisten litt sie unter dem vehement auftretenden Neid ihrer Kolleginnen. Hatte sie in den ersten Wochen noch gehofft, dass die sich mit ihr freuten, wurde ihr schnell klar, dass stattdessen verdeckte Stutenbissigkeit auftrat.

Wie kann man einer solchen Situation begegnen? Welche Strategien helfen?

Liebe Petra (und alle anderen Frauen in Führungspositionen),

zunächst einmal:

Nimm es auf keinen Fall persönlich! Denk daran: Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen. Denn: Ursprung eines solchen Denken ist immer ein vermindertes Selbstwertgefühl der ANDEREN.

Orientiere dich neu. Du bist in einer neuen Position. Für Dich neu, aber auch für die Andere. Bewahre die Ruhe und einen kühlen Kopf. Beobachte dich und dein Umfeld. Wie gehst du mit deiner neuen Führungsrolle um? Wie reagieren die Anderen auf dich? Differenziere möglichst objektiv und bleibe immer auf der Sachebene.

Erwarte keine Solidarität! Was zählt, ist deine Leistung. Durch die hast du diesen Sprung geschafft. Schau dich um, wer sich nun in deinem Umfeld in einer ähnliche Position befindet und sich auf derselben Ebene und neidlos mit dir austauschen kann.

Konzentriere dich in erster Linie auf deine Aufgabe. Du bewegst dich am sichersten auf der Sachebene, wo Emotionalitäten wenig Platz haben. Was nicht heißt, dass du fortan eiskalt sein sollst. Aber trenne diese Ebenen ganz klar.

Wenn du entscheidest, erkläre nicht dich, sondern deine Entscheidung! Du hast eine Aufgabe, die du erfüllen musst. Je mehr du dich persönlich dafür erklärst oder gar entschuldigst, umso weniger Rückgrat zeigst du.

Entscheide und handele ohne Rücksicht … darauf, ob andere dich dann immer noch mögen. Verabschiede dich von dem nur allzu typisch weiblichen „Schmusekurs“ und davon, dass jeder dich mögen muss.

Tue Gutes und rede darüber! Stelle dein Licht auf gar keinen Fall „unter den Scheffel“. Nicht nur im Umgang mit männlichen Kollegen wirst du an Respekt gewinnen. Das unterstützt deinen Status. Und hilft deinem Standing.

Sei stolz auf dich! Wertschätze deine eigene Leistung – jeden Tag. Lobe dich jeden Abend vor dem Einschlafen, was du heute geschafft, erreicht oder gut gemacht hast. Du darfst gespannt darauf sein, wie DAS wirkt!

Gib Schwächen offen zu! Du bist Teil eines Teams. Das sollen auch die anderen wissen, also mache ihnen ohne Angst deutlich, wo du ihre Unterstützung benötigst. Lobe sie – aber nur, wenn es ehrlich gemeint ist. Dadurch machst du andere stark. Und das kommt dem ganzen Team zugute.  Was wäre ein Orchester nur mit dem Dirigenten?

Betrachte es sportlich! Schau dir bei Männern ab, wie man sich eben noch – im Meeting zum Beispiel - als Sparringpartner behandelt, um kurz danach über gemeinsame Hobbies zu diskutieren.

Begegne offenem Neid auch offen! Schau genau hin: Woher kommt er? Was können die wahren Ursachen dafür sein? Wenn „Stutenbissigkeit“ auftritt, sind es häufig Frauen, die mit angezogener Handbremse leben. Vielleicht kannst du Ihnen helfen? Sprich es offen an!

Verbiege dich nicht! Sei, wie du bist. Wenn du einmal nicht weiter weißt, stell dir einfach vor, was eine Mentorin dir ganz persönlich, jetzt raten würde. So überwindest du Denkblockaden, innere Hemmschwellen. Tu einfach so, als ob du es wüsstest, wie es weitergeht!

Appelliere an den Mannschaftsgeist! Neid hat auch etwas Gutes - Neid kann anspornen. Es bringt Bewegung ins Team. Und du kannst deinen Kolleginnen sogar dazu verhelfen, ihre Energien, die mit „Stutenbissigkeit“ vertan werden, anderweitig kreativ, sinnvoll, wertschätzend, positiv genutzt werden. Binde sie mit ein, hol sie ins Boot!

Nichts geht mehr? – Jetzt bloß nicht aufgeben! Akzeptiere einfach, dass es so etwas nun mal gibt. Vertraue auf deine Fähigkeiten und darauf, dass du etwas tun kannst.  Das allein entspannt schon. Suche dir Rat bei einer Mentorin. Es gibt immer Frauen, die so etwas auch schon erlebt haben. (Männer sind bei diesem Thema leider meistens überfordert, sie kennen es nur von außen und tun sich sehr schwer mit Ratschlägen. Überfordere sich nicht.)

Sorge gut für dich! Nimm dir nicht zu viel vor während der Eingewöhnungsphase. Konzentriere dich auf das, was für dich in dem Moment am wichtigsten ist. Du weißt selbst am besten, was dies ist.

Vergiss die Freude nicht! Gehe fröhlich und mit Gelassenheit diese neue Herausforderung an. Das haben schon andere vor dir geschafft. DU auch!

Hol dir professionelle Hilfe. Coaching kann dich unterstützen!

Barbara Witte


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